Waschbären - Tötungsaktionen sinnlos!!!
 
Waschbären – das Töten ist sinnlos! Nur Aufklärung und die Änderung menschlichen Verhaltens hilft! Seit zwei Paare des Kleinbären mit der Zorro-Maske 1934 in Nordhessen wegen seines geschätzten Pelzes bewusst unter dem Abspielen der Nationalhymne ausgewildert wurden, haben sich deren Nachkommen und die Nachkommen anderer Tiere, welche aus der Pelztierfarmhaltung 1945 bei Berlin entkamen, äußerst erfolgreich etabliert. Ursache ist, dass das sehr anpassungsfähige Tier in der mitteleuropäischen Landschaft eine freie Nische besetzen konnte und auch in den urbanen Bereich erfolgreich eingezogen ist. Das breite Nahrungsangebot, Kulturobstanlagen, Mülltonnen, Abfalleimer, Kompostanlagen und leider auch wieder Menschen, ohne Abschätzung der Folgen füttern, lassen die Nachteile der Stadt, wie z. B. Verluste durch den Straßenverkehr, als nebensächlich erscheinen. Dabei kann der bis zu 9 kg schwere Geselle in Häusern nicht unerhebliche Schäden anrichten und da er auch als Nestplünderer auftritt, auch wenn der Schaden hier meist überschätzt wird, hat er sich nicht nur Freunde gemacht. Deshalb wird er als Tier, welches den Regelungen des Jagdrechts unterliegt, seit Mitte der fünfziger Jahre bejagt, spätestens seit Beginn der neunziger Jahre sogar stark. Trotz der Tötung einer gewaltigen Zahl von Tieren, allein 2010/11wurden 76.905 Waschbären erlegt, ist der Kleinbär weiter auf dem Vormarsch. Quelle: Müritz-Nationalpark, „Projekt Waschbär“, www.projekt-waschbaer. Diese Entwicklung ist auch darin begründet ist, dass man heute weiß, dass Waschbären bei besonders starkem (Jagd)druck ihre Reproduktionsrate erhöhen können. Untersuchungen von Wildbiologen und Forschungsergebnisse aus der Beobachtung von Tieren im städtischen Raum, z. B. in Kassel, zeigen, dass die Erwartung, mit der Tötung von Tieren das Problem zu lösen, völlig unrealistisch ist. Da der Bär in Leipzig immer stärker auftritt und auch in unserer Stadt Mülltonnen ausräumt, Blumenbeete umgräbt und in ungesicherte Häuser eindringt, ist ein Handeln somit zweifellos notwendig. Aber! Der Bestand der Waschbären in einem Lebensraum wird über die Verfügbarkeit vorhandener Ressourcen (Futter, Plätze zum Schlafen und zur Aufzucht von Jungtieren) reguliert und kann nicht durch die Tötung möglichst vieler Tiere erreicht werden. Nur ein Umdenken kann helfen, ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Waschbär zu erreichen. Um alternative Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wird sich der Erste Freie Tierschutzverein Leipzig und Umgebung e.V. demnächst mit Informationsmaterial an die Öffentlichkeit wenden. Michael Sperlich – Vereinsgeschäftsführer/Vorstandsmitglied Erster Freier Tierschutzverein Leipzig und Umgebung e.V. Dr. Claudia Ruf - Biologin